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1Edition
ENM / ENM
von Andreas Tauber (2007)
3 x 60 x 90 cm / 3 x 40 x 60 cm

Die fotografische Übertragung eines Ausstellungsraumes in die geometrische Bildarchitektur eines Triptychon ist das Thema dieser Arbeit. Das Spiel von architektonischen Linien und Flächen, das Zusammenwirken von Licht und Schatten genügt sich selbst. Es wird beeindruckend skandiert von einem weißen Streifen, der wie ein Blitz durch das Bild schießt.
Er durchläuft den Ausstellungsraum der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, die dem Bild seinen Titel gibt, und verbindet die drei Teile des Triptychon. Durch geschicktes Anschneiden und Spiegeln der Bilder mahnt der weiße Streifen an die deutsch-deutsche Teilung. Es handelt sich um ein Bild aus der Bauphase des Ausstellungsraums.
Einmal mehr demonstriert Andreas Tauber seinen Sinn für ästhetisch und politisch aufgeladene Räume. Er überlässt es dem Betrachter, welcher Interpretationslinie er folgt: der Linie der graphischen Raumästhetik oder der Linie der politischen Bedeutung. Die Leerstelle des Fotomaterials, das gänzlich Weiße des Streifens, erscheint nicht grundlos und birgt eine gesellschaftliche Aussage: Manchmal ist das Unsichtbare das eigentlich Sichtbare.
Aber auch über das Wesen von Grenzen und Räumen lässt sich eine Vermutung anstellen. Ein Raum ist niemals nur ein Raum. Er ist das, was vom Sichtbaren übrig bleibt, wenn man aus ihm alle Dinge abzieht. Das Nichts existiert nicht! Wie aus der Wand gebrochen, scheint der weiße Streifen zu sein, der eine besondere Grenze markiert. Das Bild stellt dennoch keinen Widerspruch dar, auch wenn der Ausstellungsraum vor seiner eigentlichen Auffüllung mit Austellungsinhalt festgehalten wurde.
Es ist eine eigenständige, sehr tiefsinnige und ästhetisch überzeugende Arbeit, die zum Betrachten und Nachdenken anregt.
1EDITION Urban Art OHG
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