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1Edition
Bright Night I (Diptychon) /
von Ivo Hofsté (2009)
98 x 85 cm / 70 x 60 cm

Es gibt nicht viele Tage, an denen es in der Stadt schneit und sich über Nacht eine feste Schneedecke bildet. Kaum einen Hauch zart, wird jeder neue Schneeflaum im Nu angegriffen von Tauwetter, Abgasen und allerhand Bewegungsspuren. Eine besondere Situation für den Fotografen. Der Schnee multipliziert das vorhandene Licht – mit einem Mal erstrahlt selbst die Nacht in trügerischer Helle.
Das Diptychon
„Bright Night“ von Ivo Hofsté zeigt eine alltägliche urbane Situation, die durch den Schnee in etwas Neues verwandelt wird. Es ist, als würde der Schnee wie ein kriminologisches Spurenpulver das abgezogene Leben der Stadt sichtbar machen. Mit jeder Spur, die er in sich aufnimmt, hält er eine Erzählung fest. Wer und aus welchem Grund ist hier vorbeigefahren? Alles erscheint umso rätselhafter, als dass beide Bilder zusammen eine 180° Kurve ergeben, deren Streckenführung keinen Sinn ergibt. Ein ummauerter Straßenbogen unterhalb einer S-Bahnbrücke - zu welchem Zweck?
Das gerade vorüber gegangene nächtliche Geschehen ist noch zu spüren. Und doch liegt eine gewisse Künstlichkeit über der Szene, die von dem trügerischen Licht ausgeht. Insbesondere die Laternen bezeugen das unbekannte Ereignis, das eben statt gefunden hat. Wir kennen es nicht. Die Laternen wissen mehr, doch sie geben ihr Wissen nicht preis. Dies erzeugt eine ungeheure Spannung.
Die durchbrechende Schwärze des Asphalts kündet bereits das Verlöschen des seltenen Schneelichts an. Man könnte in Analogie zu
„Der Winter zieht ins Land" sagen:
„Die Schwärze bricht ins Bild!“ Für dieses Mal wurde der Augenblick gebannt - Dank der Unerschrockenheit eines Fotografen, der sich in eisiger Nacht aufmachte, um die Szene einzufangen.
1EDITION Urban Art OHG
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